Lake District

Hohe Berge, weite Seen und malerische Cottages, Pubs und Dörfer. Der Lake District bietet alles, was der Urlauber vom ländlichen England ersehnt. Die Heimat der britischen Romantik ist ein Paradis – (nicht nur) für Wanderer.

Ullswater

Überblick

Der Lake District ist der beliebteste Nationalpark der Briten, liegt im Nordwesten Englands, also direkt unterhalb der schottischen Grenze und ist nur eine gute Autostunde von Greater Manchester entfernt.
16 große Seen und unzählige kleine (angeblich 1000) geben dem Weltkulturerbe seinen Namen. Sie liegen zwischen den höchsten Berge Englands (u.a. Sacfell Pike, 978m). Im Süden ist die Landschaft lieblich und die Orte so bilderbuchhaft, als wären sie die Vorlage für Tolkiens Auenland. In der Mitte thront der zentrale Gebirgszug. Der Norden wird durch weitläufige Bergezüge, Täler und Seen geprägt.
Wochenend-Urlauber aus den nordenglischen Großstädten Manchester, Leeds und Liverpool bevorzugen den nahegelegen Südosten um den Lake Windemere und den gleichnamigen Ort. Ruhiger sind die Gegenden im Norden und Westen. Ambleside (im Süden) und Keswick (im Norden) sind die besten Basisstationen für Tageswanderer. Unter den vielen malerischen Tälern und Orten sticht Grasmere als vermeintlich schönste Ortschaft heraus.
Entdeckt und bewundert wurden „ The Lakes“ bereits vor über 200 Jahren durch William Wordsworth und die Lake Poets. Vielleicht ist die Bewegung und Bedeutung der Lakes vergleichbar mit Weimar und Jena für die deutsche Romantik. Und selbst Taylor Swift wünschte sich kürzlich noch in „The Lakes“: „Take me to the Lakes where all the poets went to die“. Kurz: Das „Lakeland“ ist tief der englischen Kulturgeschichte verwurzelt.

Wanderungen

Der Lake District ist eine ideale Wanderregion, die von einfachen bis anspruchsvollen Touren alles zu bieten hat. Wie die beliebtesten deutschen Mittelgebirge ist er von einem dichten Netz aus Wanderwegen durchzogen. In Büchern und auf Websites ist eine vielfältige Auswahl von Tagestouren beschrieben.
Hier daher nur eine kleine Auswahl von mehrtägigen Fernwanderwegen, die den Lake District durchziehen:

1. Cumberland Way (ca. 80 km, ca. 5 Tage): verläuft von Südwest bis Nordost durch Täler und über Pässe entlang der Linie Ravenglas – Nether Wasdale – Buttermere – Keswick – Dockray/Ullswater – Penrith und vedann weiter bis Appleby (Link zur Karte)

2. Cumbria Way (ca. 120km, ca. 5-8 Tage): … verläuft nord-südlich durch den Lake District entlang der Linie Carlisle-Caldbeck-Keswick-Rosthwaite-Great Langdale-Coniston-Ulverston und bleibt im wesentlichen im Tal. (Link zur Karte)

3. Inn-Way-to-the-lakes (ca. 146 km, ca. 6-7 Tage): … ist ein Rundweg im Herzen des Lake District über Pass und durch Tal und verbindet u.a. Broughton in Furness – Coniston – Wrynose Pass – Ambleside – Grasmere – Rosthwaite – Braithwaite – Loweswater – Wasdale Head – Seathwaite – Broughton in Furness (Link zur Karte)

4. North of England Way (im LD: ca. 60 km, ca. 3-4 Tage) : … ist die südlicher Verlaufende Alternative zum beliebten zum C2C. Er führt über mehrere Pässe ab Ravenglas über Boot, Seathwaite, Coniston, Ambleside, Windermere bis zu nördlichen Vororten von Kendal und verlässt dann den Lake District um weiter bis zur Nordsee bei Scarbourogh. (Link zur Karte)

5. Wainrights Coast-to-Coast Walk (C2C) (im LD: ca. 100 km, ca. 5 Tag): … durchzieht den Lake District von West nach Ost. Von der nahegelegenen Irischen See bis zur Nordseeküste sind es ca. zwei Wochen und xxx KM, von denen nur der erste Teil im Lake District ist. Hier führt der C2C über Berge und durch Täler entlang der Linie St. Bees – Ennerdale Bridge – Rosthwaite – Grasmere – Patterdale – Shape. (Link zur Karte)

6. Westmoreland-Way (ca. 144 km, ca. 6-7 Tage): … schlängelt sich vom Nordosten durch das Zentrum bis zur Südspitze des Lake Districts und nimmt auch einige Pässe mit. Die Linie ist Appleby-in-Westmoreland – Pooley Bridge – Patterdale – Grasmere – Ambleside – Windermere – Kandel – Arnside (Link zur Karte)

Als ich im Lake District unterwegs war, bin ich am Strand von Ravenglas auf dem Cumberland Way gestartet und dann bei Pooley Bridge am Ullswater auf den Westmoreland-Way gewechselt, um diesen bis Ambleside zu laufen. So konnte ich durch die Kombination der Abschnitte beider Wege viele Gegenden des Lake District kennenlernen.

Würde ich mir noch einmal eine ein- bis zweiwöchige Tour zusammenstellen, so schwebt mir eine 16-Lake-Wanderung (bei der ich alle Seen besuche) oder eine Besteigung der sechs Gipfel über 900m vor.

Highlights

Highlights im Lake District waren für mich
… die Seen Ullswater, Wast Water und Buttermere,
… die Orte Ambleside und Grasmere,
… die Bootstour auf dem Ullwater sowie
… die Tageswanderungen (durchs Skelwith Country / „Auenland“) von Ambleside nach Hawkshead und vor allem
… die fantastische Tour von Patterdale/Ullswater durch das Grisdale Tal über den Pass beim Bergsee Grisdale Tam und dann hinab nach Grasemere.
Und der Blick in meine Wanderbücher und Reiseführer zeigt mir, dass ich viele Highlights des Lake Districts noch gar nicht kenne.

Organisatorisches

An- und Abreise:
Zug: Mit dem Zug ist man von Deutschland (Aachen) in 7 1/2 Stunden in Lake District (Windermere). Das ist zu machen. Achtung: In England ist es viel preiswerter, wenn man gleich das Ticket für Rückfahrt mitlauft.
Auto: Fährverbindung nach England gibt es nicht nur von Calais nach Dover, sondern auch von Rotterdam nach Hull, so dass man viel Weg spart.
Keine Angst: An den Linksverkehr hat man sich in der Regel nach einer Stunde gewöhnt.
Flugzeug: Mit dem Flieger landet man am besten in Manchester oder Newcastle oder ggf. Leeds und Liverpool. Von dort sind es mit dem Zug ca. 2-3 Stunden bis in den Lake District, mit dem Mietwagen etwa 100-150 km.

Mobilität im Lake District: Zwischen den Hauptorten gibt es Busse, u.a. an der Küste auch eine sehr schöne Bahnstrecke. Wenn Du aber in Seitentäler willst, fahren Busse selten. Wir fanden auch die Preise gesalzen. Kurz: Wer viel zu verschiedenen Orten reisen möchte, um dort Tageswanderungen zu machen, ist – leider – mit dem Auto am komfortabelsten unterwegs

Unterkünfte:
Keswick und Ambleside sind die klassischen Ort für Besucher:innen, die flexibel Tag für Tag die verschiedenen Winkel des Lake District erkunden möchten.
Hotels/Hostels: Es kann teuer werden, in der Hauptsaison kurzfristig ein akzeptables Hotel oder Hostel zu suchen. Generell haben nach dem Brexit die Preise angezogen und der Lake District gehört zu den gehobenen Top-Reise-Zielen des Landes.Deshalb solltest Du früh buchen.
Zelten: Zeltplätze bietet der Lake District zahlreich. Wir hatten bei unserer Wanderung im Mai keine Probleme, auch spontan einen Zeltplatz zu bekommen.

Beste Reisezeit:
Der Lake District ist ein Ganzjahresziel. Die Fotos von verschneiten Hängen und Cottages sehen fantastisch aus. Nur fallen im Winter wohl die Gipfeltouren aus bzw. sind nur was für Profis.
Im Sommer und am Wochenende kann es im Lake District, vor allem im Südosten voll werden. Es ist eine der beliebtesten Urlaubsregionen des Landes.
Die schlechte Nachricht: Der Blick auf die Niederschlagstabellen zeigt uns, dass der Lake District mit 2000mm und mehr Jahresniederschlag die regenreichste Region Englands ist. Glasgow und die westlichen Highlands sind in UK die Spitze. Hamburg liegt so bei 700-800mm/Jahr, München bei 900-1000mm/Jahr. Die gute Nachricht: Die Monate April bis Juni sind vergleichsweise trocken. Wir waren deshalb im Mai dort und hatten wirklich gutes Wetter.

Fazit

Zugegeben, woanders im Vereinigten Königreich sind die Dörfer noch idyllischer (Cotswolds), die Seen größer (Loch Lomand) und die Berge höher (Ben Nevis). Doch im Lake District hat man die Romantik/Klischee des ländlichen England an einem Ort. Der Kontrast von hohen Bergen vor großem See sowie die Tee mit Scones im Pub des mit nahegelegene Village auf Tweetsesseln – all dies macht den Lake District zu meinem Sehnsuchtsort auf den britischen Inseln.

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