Neuseeland – Nordinsel

Auf dieser Seite berichten wir über unsere Route auf der Nordinsel, wo wir die erste und letzte Woche unserer Neuseelandreise sind. Die vier Wochen dazwischen bereisen wir die Südinsel.

Highlights

Die Highlights folgen unserer Reiseroute im Uhrzeigersinn über die Nordinsel. Und es gibt eine – völlig subjektive – Bewertung von nett/wenns denn passt (*) und schön (**) über toll (***) , wow (****) und großartig (*****) bis sensationell/absolutes Muss (******).

Hamilton Gardens (Hamilton) ****

Die Stadt Hamilton wandelt seit den 1960er-Jahren ihren Stadtgarten in Themengärten um. Aktuell (2024) gibt es 21 Anlagen, drei weitere sind im Bau. Einige bilden historische Traditionen von Kleingärten ab, andere widmen sich bestimmten Pflanzen-Arten. Uns gefallen der italienische, der indische und der ägyptische Garten sowie der Konzept-Garten besonders gut. Da wir einen verregneten Tag erwischen, haben wir die Gärten quasi für uns alleine. Von allen Gärten die wir in Neuseeland besichtigen, ist dies unser Lieblingsgarten.

Whakarewarewa – Maori-Dorf und Thermalgebiet (Rotorua) *****

Tewhakarewarewatangaoteopetauaawahiao ist der vollständige Name des kleinen Maori-Dorfs am Südrand von Rotorua und bedeutet Der Versammlungsplatz für die Kriegszüge von Wahiao. Neben einem kleinen Einstiegs-Kurs in die Kultur der Neuseeländischen Ureinwohner:innen sind die Hunderte Geotheramalquellen eindrucksvoll, die teilweise als Koch- und Badestellen genutzt werden, teilweise blubberen sie als Schlamm vor sich hin und teilweise sind es große, heiße Seen. Hinzu kommen fünf Geysire, u.a. der zweithöchste der Welt.

Wai-o-Tapu (zwischen Rotorua und Taupo) ****

Geothermal-Wonderland – so wird das Arial vermarktete und vor allem der große See „Champagne Pool“ und der neogelb gefärbte See „Roto Karikitea“ bleiben in Erinnerung.

Tongario Alpin Crossing & Tongario Nationalpark ******

„Bescheiden“ wird die Wanderung durch den Nationalpark gerne mal als schönste Tageswanderung der Welt beschrieben. Ob das stimmt, kann ich schwerlich sagen, da mir ein guter Teil der restlichen weltweiten Wanderungen noch fehlt. Doch ist gerade der mittlere Teil mit den grün-leuchtenden Bergseen, den umliegenden Vulkanen und den Wanderungen durch und Blicken in Vulkankrater schon sensationell. Auch der Fernblick auf den Lake Taupo begeistert beim langen Abstieg. Der Weg ist top ausgebaut, hat unterwegs fünf Toiletten-Stationen, die er bei 100.000 Wander:innen im Jahr auch braucht. Einzig ein 500m-langer Abstieg ist schwierig. Und natürlich kommt man nah am „Schicksalsberg“ aus den „Herr der Ringe“-Filmen vorbei, dem Mount Ngauruhoe.

Martinborough ***

Ein Muss für Weinliebhaber:innen sind dieser kleine Ort und das umliegende Weinanbaugebiet im Süden der Nordinsel. Pinot Noir ist die bestimmende Rebsorte. Der Grundriss von Martinborough gleicht einer Profiversion des Spiels Mühle. Die kleine Innenstadt um den Park im Zentrum wirkt wie ein US-Südstaaten-Ort aus den 1930er Jahren. Sehr beschaulich und etwas gehoben. Wir mögen es hier sehr und haben auf der Rückfahrt sogar ein zweites Mal hier Station gemacht. „The Neighbourhood Coffee Roasters“ avanciert zu unserem Lieblingscafe in Neuseeland.

Wellington ****

Wellington sei an einem Tag mit gutem Wetter nicht zu schlagen, schwärmt einer unserer Reiseführer und beschreibt die Hauptstadt als Mekka der Intellektuellen und Künstler:innen in Abgrenzung zu Auckland, der Stadt der Moneymaker. In der viel gelobten Cuba Street gibt es tatsächlich einen bunten Mix aus verschiedensten Läden, Cafés und Restaurants. Wir haben hier sehr gut gegessen. Highlight ist auch die Fahrt mit dem Cable Car zum „Wellington Botanic Garden“, der uns mit seinem Pflanzen- und Baumreichtung gleich begeistert hat. Das viel gepriesene Nationalmuseum lohnt sich in der Tat sehr. Auch vom Besuch des Parlaments haben Freunde von uns geschwärmt. Auch wenn viele Freunde und Reiseführer von der pulsierenden Kulturmetropole schwärmen, ist Wellington nicht hundertprozentig unsere Stadt; da mögen wir Christchurch schon lieber.

Taranaki/Mt Egmont Nationalpark (ohne Wertung)

Aus der Ferne ist die perfekte Form des Taranaki (Mt Egmont) besonders imposant. Gerne wird der fotogene 2518m hohe Vulkan im Spiegelbild eines Sees abgelichtet und darf in keinem Neuseeland-Bildband fehlen. Nur dumm, wenn die Wolken – wie bei unserem Besuch – auf 200m- Höhe hängen. Dann ist von dem imposanten Gipfel im Westen der Nordinsel nur der Sockel zu sehen. Man kann nicht immer Glück haben. Und eine Meinung können wir uns auch nicht leisten.

Waitomo Glowworm Caves ****

Die Glühwürmchen in den Höhlen von Waitomo locken mit ihrem Lichtschein Insekten an, um sie zu verspeisen. Vor allem locken sie aber auch Touristenmassen an bzw. werden zumindest als eines der Top-Highlights der Nordinsel vermarktet. Und tatsächlich finde ich die ganze Anlage grenzwertig nah am überkommerzialisierten Massenabfertigungs-Tourismus. Die geführte Tour wusste mich, der Tropfsteinhöhle von Grundschul-Exkursionen her kennt, anfangs wirklich nicht zu begeistern. Die abschließende unterirdische Bootsfahrt durch die Höhle, an deren Decke die Glühwürmchen wie ein Sternenhimmel leuchten, nahm mich aber doch mit ihrer majestätischen Magie gefangen.

Hobbiton Movie Set ******

„Voll kommerziell vermarktet“ und „mit viel Liebe gemacht“ können auch Hand in Hand gehen, so am Filmset der beiden Trilogien des „Herr der Ringe“ und des „Hobbit“ für den Heimatort der Titelhelden. Ja, es ist teuer. Ja, es ist voll. Ja, es ist komplett durchorganisiert.
Und gleichzeitig begeistern die Details, fühlt man sich nie als Teil einer Abfertigung von Besuchermassen und selbst die Getränke und das Gebäck im Grünen Drachen, dem Wirtshaus von Hobbiton, schmeckt vorzüglich. Neu sind zwei komplett ausgestaltete Hobbithöhlen, die man als Besucher:in erkunden kann. Toll. Wir sind begeistert, selbst der Nicht-Fan des „Herr der Ringe“ unter uns. Achtung: Man muss früh (= Wochen oder noch besser Monate vorher) einen Besuchsslot buchen.

Coromandel Peninsula ****

Die Coromandel Halbinsel scheint das Lieblings-Wochenendurlaub-Ziel vieler Großstädter:innen zu sein; Auckland und weitere Großstädte sind nicht weit. Viele Neuseeländer:innen haben uns in den letzten Wochen nach unserer Reiseroute gefragt und alle haben uns beglückwünscht, dass wir die letzten Tage (inkl Weihnachten) gerade hier verbringen. Doch genießen wir vor allem die Ruhe und den Blick aus unserer Unterkunft bei Coromandel Town auf Berge, Buchten und Strände. Viele der Traumstrände, darunter die berühmte Felsenhöhle Cathedral Cove und der Hot Water Beach, werden daher wohl von uns unentdeckt bleiben. Denn nach 6 Wochen Rundreise in Neuseeland sind wir so voller Eindrücke, dass wir uns nicht mehr auf Neues einlassen können bzw. wollen.

Unsere Tage

Tage 01/02/1: Anreise Hamburg-Dubai-Auckland & Hamilton (12.-14.11.24)

Der Flug von Hamburg nach Dubai (6,5 Std) und weiter nach Auckland (16 Std) ist eine echte Ausdauerübung. Nachdem wir den Campervan abgeholt und im nächsten Supermarkt einen Grundstock gelegt haben, fahren wir durch den Feierabendverkehr von Auckland, der größten Stadt Neuseelands, zu einem Campingplatz in Hamilton, wo wir unseren Jetlag ausschlafen.

Tag 2: Hamilton und Rotorua (15.11.24)

An einem total verregneten Tag besichtigen wir morgens die sehr sehenswerten „Hamilton Gardens“ (siehe oben Highlights für Fotos und Bericht) und fahren nachmittags nach Rotorua, dem touristischen Zentrum der Nordinsel, das Thermal- und Maorikultur-Orte vereint. Die Landschaft an der Strecke besticht durch ihre sanften Hügel. Kein Wunder, dass hier bei Matamata das Auenland-Set der Herr der Ringe-Filme liegt. Wegen der Sintfluten sparen wir uns den Besuch aber für die Rückfahrt auf.

Tag 3: Rotorua (16.11.24)

Das Maoridorf Whakarewarewa und die dazugehörigen Thermalquellen (siehe Highlights oben) sind die Hauptattraktion des Kurorts Rotorua. Dieser hat jedoch auch im Stadtpark und an vielen weiteren Stellen im Stadtgebiet heiße (und stinkende) Quellen. Bei Sonnenschein sind die Lage am See und einige alte Gebäude der Bäderkultur ein Traum – unschlagbar. Sicherlich könnte man noch tagelang den See und umliegende Naturwunder (u.a. Urwälder) besichtigen.

Tag 4: Rotorua, Wai-O-Tapu, Taupo und Tongario Nationalpark (17.11.2024)

Auf dem Weg in den Süden zum Tongario Nationalpark machen wir in dem Geothermalgebiet Wai-O-Tapu (siehe Highlights) und in Taupo Zwischenstopp. Der gleichnamige Ort am größten See Neuseelands, dem Lake Taupo, macht neben der tollen Lage nicht viel her und erinnert – wie Rotorua auch – an das Klischee amerikanischer Kleinstädte im Mittleren Westen, in denen Fußgängerzonen unbekannt sind: jede Menge Läden in einstöckigen, teils einfach gebauten Häusern mit Parkplätzen davor. Der Lake Taupo ist Ergebnis einer riesigen Vulkanexplosion vor Jahrtausenden, angeblich der größten, die jemals stattgefunden hat. Der Tag endet am Rand des zweitältesten Nationalparks der Welt, dem Tongario Nationalpark.

Tag 5: Tongario Nationalpark (18.11.2024)

Wir erwandern uns den sehenswerten Nationalpark Tongario, der nach Yellowstone der älteste der Welt ist. Im Zentrum stehen drei Vulkane. Alle Wanderwege begeistern uns. (Siehe Highlights). Der Mount Ngauruo (2287m) spielte in der „Herr der Ringe“-Trilogie die Nebenrolle als Schicksalsberg. Der Mount Ruapehu (2797 m) ist der höchste Berg der Nordinsel und beliebtes Skiarea.

Tag 6: National Park Village (Tongario), Martinborough, Wellington (19.11.2024)

Auf unserer langen Fahrt nach Wellington entscheiden wir uns für die Route über Land und durch die Berge der Regionen Manawatu-Wanganui und Wellington (State Highways 4, 49, 1, 3, 2 und 53) und machen Station im beschaulichen Weinort Martinborough (siehe Highlights). Wellington selbst erschlägt uns nach den Tagen in der Natur und auf dem Land erst mal. Mal schauen, wie es morgen wird.

Tag 7: Wellington (20.11.2024)

Wellington lohnt ein, zwei Tage Pausen- bzw. Besichtigungstage (siehe Highlights).

Tage 8 bis 35: SÜDINSEL (21.11.-18.12.2024)

Siehe für Berichte und Fotos zur Südinsel den dazugehörigen Artikel „Südinsel“.

Tag 36: Picton, Wellington, Martinborough (19.12.2024)

Auf der Überfahrt von Picton nach Wellington setzt Regen ein und es schaukelt ganz gut. Damit empfängt uns – wie auf der Überfahrt zur Südinsel – die neue Insel mit schlechtem Wetter. In Wellington holen wir noch das Nationalmuseum nach – lohnend! Zum Abend fahren wir auf unserem Weg nach Norden wieder nach Martinborough (siehe Highlights), dessen zentraler Platz mit seinem alten Martinborough Hotel, einigen Cafés und Boutiquen irgendwie durch seinen Charme verzaubert.

Tag 37: Martinborough, Mt Egmont NP, New Plymouth (20.12.2024)

Einen langen, regnerischen Fahrtag beginnen wir mit einem Frühstück im Neighbourhood-Café, das wir nun – beim zweiten Besuch – zu unserem Liebelngscafé in Neuseeland erklären. Über Berge, Küsten- und Landstraßen gelangen wir zum Besucherzentrum des Mt Egmont Nationalparks (siehe Highlights), wohl wissend, dass der Vulkan Taranaki (Mt Egmont) heute von einer dichten Wolkendecke verhüllt ist. Auch beim abendlichen Spaziergang in New Plymouth ist die perfekte Silhouette des Vulkans nicht zusehen, dafür ist es trocken.

Tag 38: Three Sisters, Waitomo Glowworm Caves, Cambridge (21.12.2024)

Die Glühwürmchen in den Waitomo Caves (siehe Highlights) standen im Mittelpunkt unseres heutigen Tages. Wieder führt uns der Highway (SH3) durch wunderschöne Landschaften, wobei wir bei den Three Sisters, einer Felsformation am schwarzen Sandstrand der Westküste einen Fotostopp, und in einem der teilweise sehr hübschen Landcafes an der Strecke (schrecklich gibt es auch) Halt machen.

Tag 39: Hobbiton Movie Set (Matamara), Tauranga, Waihi Beach (22.12.2024)

Hobbiton (siehe Highlights) ist in den Hobbit- und Herr der Ringe-Filmen der Hauptort des Auenlands. Der Besuch lohnt sich total und ist eines unserer Top 10-Neuseeland-Highlights. Abends landen wir am völlig überfüllten und teurem Campingplatz in Waihi Beach. Es ist eben kurz vor Weihnachten.

Tag 40: Coromandel (23.12.2024)

Entlang der Ost-Seite der Coromandel Halbinsel (siehe Highlights ) führt der SH 25 vor allem durch Gebirge, so dass wir nur selten einen Blick auf die Traumstrände erhalten. Als wir die Touristenströme Richtung Cathedral Cove sehen, drehen wir ab. Whitianga ist sehr touristisch, hat aber einige nette Läden. Etwas müde von den letzten ereignisreichen Wochen kehren wir früh in unserer schönen und schön-gelegenen Unterkunft bei Coromandel Town an, wo wir die Weihnachtstage verbringen.

Tag 41: Coromandel Town (24.12.2024)

In Neuseeland folgt man der britischen Weihnachtstradition. Sprich: der 24.12. ist ein ziemlich normaler Tag. Wichtig ist Christmas-Day (25.12.2024), an dem es auch die Geschenke gibt. So können wir Heiligabend Essen gehen und nachmittags bummeln.

Tag 42: Coromandel Town (25.12.2024)

Heute, am wichtigsten Weihnachtsfeiertag des Landes, hat alles zu. Zwar könnten wir noch Strände erkunden, Wandern gehen und Coromandel weiter entdecken. Doch verbummeln wir erschöpft und erfühlt von den Eindrücken der letzten sechs Wochen den Tag lieber auf unserem Zimmer: lesen, Erinnerungen und Fotos sortieren, Reisetaschen vorpacken sowie Mietwagen aufräumen und reinigen. Kurz: Wir haben unsere Aufnahmegrenze erreicht und freuen uns nun schon auf zu Hause.

Tag 43: Coromandel, Hamilton, Auckland (26.12.2024)

Der Tag der Rückreise: letztes Frühstück, Auto saugen und packen, ein paar Besorgungen, Mietwagen abgeben, Transfer zum Airport, Gepäck aufgeben, Einchecken und zwischendurch: warten, warten, warten.

Tag 44: Dubai & Hamburg (27.12.2024)

Unser Rückflug geht über Dubai und dauert 27 Stunden. Hamburg empfängt uns am Tag drauf mit Nebel, 20 Grad kälter und sieben Stunden weniger Tageslicht. Dafür wirkt die Weihnachtsdeko stimmungsvoller. Willkommen zu Hause.

zu unserem Bericht über unsere Highlights und Tour auf der Südinsel geht es hier

Zu dem Überblick-Artikel geht es hier


Kommentare

3 Antworten zu „Neuseeland – Nordinsel“

  1. […] zu unserem Bericht über unsere Highlights und Tour auf der Nordinsel geht es hier […]

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  3. Avatar von Rebecca L.
    Rebecca L.

    Die Fotos sind umwerfend! Ich bin ganz hin und weg von den Naturaufnahmen. Was für eine wundervolle Reise.

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